Warum haben wir einen Sanierungsstau?

April 2, 2025
Autor/in:
Thomas Lippold

Die Gebäudesanierung in Deutschland ist wichtig für Klimaziele und bezahlbares Wohnen. Aufgrund von Kosten und fehlender Anreize ist die Realisierungsrate jedoch zu niedrig. Die Fischbach Gruppe zeigt als großer Anbieter, wie es geht: mit mehr Tempo und vorausschauender, effizienter Planung, um den Bestand fit für die Zukunft zu machen.

Bildquelle:
Fischbach Gruppe

Frischer Wind für alte Mauern: Die Gebäudesanierung in Deutschland

Stell dir vor, deine Wohnung atmet auf! Genau darum geht es bei der Sanierung von Wohnungen und Gebäuden in Deutschland. Das Ziel von Sanierungen ist, den Wohnungsbestand in Deutschland fit für die Zukunft zu machen. Ressourcenschonende und bezahlbare Wohnungen mit ordentlich Wohnqualität sind der Traum vieler Mieter. Doch die Entscheidung zur Sanierung wird von den Wohnungsunternehmen genau geprüft, denn die Kosten spielen eine riesige Rolle. Beim Sanieren hinkt Deutschland aktuell noch ordentlich hinterher. 

Wie viele Wohnungen müssen in Deutschland jedes Jahr saniert werden?

Einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung aus dem Jahr 2021 zufolge müssen jährlich 250.000 Wohnungen in Deutschland fit gemacht werden, weil sie sanierungsbedürftig sind. Was Studien aber auch gezeigt haben, ist, dass Bauprojekte mithilfe digitaler Technologien im Schnitt 20 % schneller abgeschlossen und 15 % kosteneffizienter durchgeführt werden können.

Dringender Handlungsbedarf beim Kampf gegen den Sanierungsstau

Eine höhere Sanierungsrate ist aber unerlässlich, um die Klimaschutzziele in Deutschland zu erreichen. Viele Bestandsgebäude, insbesondere solche, die vor 1979 erbaut wurden, verbrauchen deutlich mehr Energie als neuere Gebäude. Die energetische Sanierung älterer Gebäude ist daher besonders wichtig. Durch Sanierungsmaßnahmen können Emissionen dauerhaft vermieden und der Energie- und Ressourcenverbrauch gesenkt werden.

Warum geht es nicht schneller voran?

Obwohl Milliarden an Fördergeldern fließen, dümpelte die Sanierungsquote noch 2023 bei mageren 1 Prozent. Hauptproblem waren damals unter anderem die Materialkosten, die 84 Prozent der Wohnungsunternehmen als Bremse sehen. Dazu kommt nach wie vor ein akuter Fachkräftemangel in Bau und Handwerk, der zügige Umsetzungen erschweren kann.

Sanierungsstau und Paragraphen-Dschungel: Stolpersteine auf dem Weg

Klar ist: Wohnungsunternehmen können nur sanieren, wenn es sich wirtschaftlich rechnet. Der GdW, der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, kämpft deshalb für bessere Rahmenbedingungen und mehr Fördermittel. Kritisiert wird, dass der Fokus oft auf teuren Einzelmaßnahmen liegt, anstatt auf cleveren Quartierslösungen. Eine langfristige und ganzheitliche Planung sorgt bei den ausführenden Unternehmen für effizientere Prozesse. Es gibt bessere Konditionen auf Materialpreise durch Großmengen, und auch die verschiedenen Gewerke profitieren davon.

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Vorzeigeprojekt oder wie man aus einer alten Stahlarbeitersiedlung eins der modernsten Quartiere macht

In Duisburg-Ungelsheim, einer Stahlarbeitersiedlung aus den fünfziger Jahren, haben die Fischbach Gruppe und Rheinwohnungsbau gezeigt, wie man mit effizienter Planung aus einem in die Jahre gekommenen Altbestand ein modernes, nachhaltiges Net-Zero-Quartier macht. 

Das Sanierungsprojektbestand aus insgesamt einunddreißig Gebäuden mit je vier Wohnungen. Unter anderem wurden die Schlafräume erweitert und bodentiefe Fenster und auskragende Balkone eingebaut, wo vorher Wohnzimmerfensterbänke waren. Intelligente Sanierung hat hier die nachhaltige, wirtschaftliche Alternative zu Abriss und Neubau dargestellt.

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Die Zukunft liegt im Bestand - Zeit, zu sanieren!

Die Gebäudesanierung ist und bleibt ein entscheidender Schlüssel für unsere Klimaziele und bezahlbares Wohnen. Trotz einiger Hürden und einer zu langsamen Umsetzung birgt der Bestand ein enormes Potenzial, denn Deutschland ist ein “gebautes Land”. So lange die Neubauziele von 400.000 Neuwohnungen pro Jahr in weiter Ferne liegen, muss der Fokus auf dem Wohnraum liegen, den es schon gibt. Aber: Wir brauchen mehr Tempo, bessere Bedingungen und innovative Lösungen, damit wir unsere alten Mauern fit für eine grüne Zukunft machen können.

Die Lösung dazu kann serielles Sanieren sein, wobei Maßnahmen zusammenhängend gedacht werden und langfristig geplant werden müssen.

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